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Bayern

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Bayern

Grundschule:

 

Ein Kind gilt als schulfähig, wenn es körperlich, geistig-seelisch und sozial so weit entwickelt ist, dass es am Unterricht erfolgreich teilnehmen kann.
Kinder können aber auch vorzeitig aufgenommen werden.
Kinder können auch zurückgestellt werden, wenn sie noch nicht schulfähig sind.
Die Entscheidung trifft jeweils der Schulleiter. Er stützt sich dabei auch auf die Aussagen des Kindergartens und die Überprüfung der Schulfähigkeit durch eine erfahrene Lehrkraft. In Zweifelsfällen können Schularzt, Schulpsychologe, Beratungslehrer und weitere Beratungsdienste beteiligt werden.

Die Grundschule umfasst die Jahrgangsstufen 1 bis 4 und ist die gemeinsame Schule für die Sechs- bis Zehnjährigen. Hier werden nicht nur die Grundfertigkeiten im Lesen, Rechnen und Schreiben vermittelt. Neben dem Wissenserwerb geht es auch darum, Interessen zu entwickeln, soziale Verhaltensweisen sowie musische und praktische Fähigkeiten zu fördern und Werthaltungen aufzubauen. Die Kinder sollen Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen erwerben, um sich die Welt zu erschließen, sich in ihr zurechtzufinden und sie auch mitzugestalten. Der Lehrplan für die bayerische Grundschule spricht in diesem Zusammenhang von „Grundlegender Bildung“.

Übergang von Grundschule auf eine weiterführende Schule:

 

Übertritt in Gymnasium Klassenstufe 5

 

von der 4. Klasse Grundschule:
Durchschnittsnote aus Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachunterricht (Übertrittszeugnis)

- bis 2,33 und Durchschnitt aus Deutsch, Mathematik bis 2,0: Übertritt uneingeschränkt möglich

- bis 2,33 aber Durchschnitt aus Deutsch, Mathematik schlechter als 2,0: Übertritt möglich (Entscheidung der Eltern nach Beratung)

- in allen anderen Fällen: Übertritt möglich nach bestandenem Probeunterricht

 

Übertritt in Realschule Klassenstufe 5

 

von der 4. Klasse Grundschule:

Durchschnittsnote aus
Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachunterricht (im Übertrittszeugnis):

- bis 2,33: Übertritt uneingeschränkt möglich

- 2,66 und in Deutsch und Mathematik die Noten 2/3 bzw. 3/2 oder besser: Übertritt möglich (Entscheidung der Eltern nach Beratung)

-          2,66 und in Deutsch und Mathematik schlechter als 2/3 bzw. 3/2: Übertritt möglich nach bestandenem Probeunterricht (also mindestens die Noten 3/4 bzw. 4/3). Bei den Noten 4/4 im Probeunterricht entscheiden die Eltern nach Beratung, bei einer 5 oder 6 in mindestens einem der beiden Fächer ist der Übertritt nicht mehr möglich.

Schüler mit 2,66 (Deutsch und Mathematik schlechter als 2/3 bzw. 3/2), die sich ohne Erfolg dem Probeunterricht an einem Gymnasium unterzogen haben, können in die Realschule aufgenommen werden (es sei denn, sie haben in einem Fach eine schlechtere Note als 4 erzielt), wenn die Erziehungsberechtigten an einem Beratungsgespräch an der Realschule teilgenommen haben.

- 3,00 oder schlechter: Übertritt nur möglich nach bestandenem Probeunterricht

Schüler mit 3,00 oder schlechter, die sich ohne Erfolg dem Probeunterricht an einem Gymnasium unterzogen haben, können, wenn sie an die Realschule übertreten wollen, am dortigen Probeunterricht zum allgemeinen Nachtermin ("möglichst in den letzten Tagen der Sommerferien") teilnehmen.

 

 

Hauptschule:

 

Die Hauptschule umfasst die Jahrgangsstufen 5 bis 9 oder 5 bis 10. Der Unterricht ist stark auf berufsbezogene Inhalte ausgerichtet.
Abschlüsse: Hauptschulabschluss, Quali, Mittlerer Schulabschluss

 

Die Hauptschule ist einerseits Pflichtschule für alle Schülerinnen und Schüler, die keine andere weiterführende Schulart besuchen wollen oder auf Grund ihrer Leistungen können. Die Hauptschule umfasst die Jahrgangsstufen 5 mit 9 (10). Sie führt zum erfolgreichen Hauptschulabschluss und zum qualifizierenden Hauptschulabschluss. Andererseits hat sich die Hauptschule auch zur Angebotsschule weiterentwickelt: Der Mittlere-Reife-Zug umfasst die Jahrgangsstufen 7 bis 10 und führt zum mittleren Schulabschluss.
Lehrplan, Fächerangebot und Unterrichtsmethoden kommen durch lebensnahes und berufsbezogenes Lernen den Interessen, Lernweisen und Begabungen der Hauptschüler entgegen und geben der Schulart ihr eigenes Profil.

Der Unterricht an der Hauptschule ist verstärkt auf praxisbezogene Lerninhalte ausgerichtet und führt die Hauptschüler gezielt an die Arbeitswelt heran. Sie erhalten wesentliche Orientierungshilfen für die spätere Berufswahl. Die Hauptschule bietet Unterricht in Pflichtfächern, Wahlpflichtfächern, Wahlfächern und Arbeitsgemeinschaften. Solide Kenntnisse und Fertigkeiten in Deutsch, Mathematik, Englisch und in den musischen Fächern sind unverzichtbar - wie für die anderen Schularten auch. Doch es gibt Unterschiede:
In der Hauptschule gehen die Lehrer im Unterricht nicht vorwiegend theoretisch und abstrakt vor, sondern eher konkret-anschaulich, lebensnah, praxisbezogen und exemplarisch. Lernen durch eigenes Tun ermöglicht vielen Kindern und Jugendlichen erst den Schulerfolg. Induktive Methode, Lernen an der Wirklichkeit vor Ort oder am Modell, eigenständiges Arbeiten und Teamarbeit sind gängige Unterrichtsformen, zunehmend auch Projektunterricht und Freiarbeit.
Ein spezifischer Schwerpunkt und ein Kennzeichen der Hauptschule ist das Lernfeld Arbeit-Wirtschaft-Technik mit dem gleichnamigen Leitfach. Es bietet eine elementare Einführung in die Berufswelt und aktive Hilfe zur Berufsfindung. Erscheinungsformen der Arbeitswelt und ihr Wandel, Gegebenheiten im heimatlichen Wirtschaftsraum, Fragen des Ausbildungsvertrages, aus Wirtschaft und Technik werden dem Hauptschüler nahe gebracht
und helfen ihm so beim Eintritt in das Berufsleben. Dies wird vor allem erreicht durch:

  • Betriebserkundungen
  • Betriebspraktika und Praxistage
  • andere Formen der Kooperation mit der Wirtschaft
  • enge Zusammenarbeit mit der Berufsberatung
  • externe Experten (Meister & Ausbilder) an den Schulen
  • Schülerfirmen

 

Zum Lernfeld Arbeit-Wirtschaft-Technik gehören auch praktische Fächer:

  • Gewerblich-technischer Bereich: Die Schüler lernen Werkaufgaben zu planen, fachgerecht auszuführen und die Ergebnisse sachkundig und selbstkritisch zu bewerten. 'Schlüsselqualifikationen' nennt der Pädagoge, was die Schüler dabei erwerben: z.B. handwerkliche Tugenden, technisches Verständnis, Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit Material und Werkzeug, Sorgfalt und Zielstrebigkeit.
  • Kommunikationstechnischer Bereich: Fähigkeiten im Tastschreiben und im Umgang mit Computer, Textverarbeitungssystemen und Tabellenkalkulationen sind heute eine solide und oft gewünschte Grundlage für die Berufsausbildung.
  • Hauswirtschaftlich-sozialer Bereich: Dieses Fach vermittelt Fertigkeiten, die z.B. für die gesunde Ernährung und das Wirtschaften im Haushalt grundlegend sind; die Schüler entwickeln soziale Sensibilität und Fähigkeiten des Zusammenlebens.

 

In den praktischen Fächern und darüber hinaus überall dort wo sich in den anderen Fächern entsprechende Anknüpfungsmöglichkeiten ergeben, erhalten die Hauptschüler grundlegende EDV-Kenntnisse. Der Computer mit seinen Möglichkeiten und Grenzen wird mehr und mehr zum selbstverständlichen Bestandteil des Hauptschulunterrichts.

 

Realschule:

 

Die Realschule umfasst die Jahrgangsstufen 5 bis 10. Sie vermittelt neben einer fundierten allgemeinen Bildung auch Grundkenntnisse für die Berufsausbildung.
Abschluss: Mittlerer Schulabschluss

 Sie vermittelt eine allgemeine und Berufsvorbereitende Bildung. Sie endet mit einer Abschlussprüfung und verleiht den Realschulabschluss, einen mittleren Schulabschluss. An der Realschule gibt es drei Ausbildungsrichtungen, die sog. Wahlpflichtfächergruppen. Sie setzen ab Jahrgangsstufe 7 verschiedene Schwerpunkte im Unterrichtsangebot.

An der Realschule gibt es drei Ausbildungsrichtungen, die Wahlpflichtfächergruppen I, II und III. Sie setzen ab Jahrgangsstufe 7 - in der vierstufigen Realschule ab Jahrgangsstufe 8 - verschiedene Schwerpunkte im Unterrichtsangebot.

 

  • Wahlpflichtfächergruppe I:
    Schwerpunkt: Mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer Bereich. Verstärkter Unterricht in Mathematik und Physik. Hinzu kommt das Fach Technisches Zeichnen. Die Gruppe dient vor allem der Vorbereitung auf einen technischen Beruf.
  • Wahlpflichtfächergruppe II:
    Schwerpunkt: Wirtschaftlicher Bereich. Verstärkter Unterricht in Wirtschafts- und Rechtslehre, Rechnungswesen und Textverarbeitung mit Kurzschrift. Die Gruppe bereitet vor allem auf Berufe in der Wirtschaft oder Verwaltung vor.
  • Wahlpflichtfächergruppe III:
    Wahlpflichtfächergruppe IIIa: Hier liegt der Schwerpunkt auf der 2.Fremdsprache Französisch. Wahlpflichtfächergruppe IIIb: Verschiedene Schwerpunkte in musisch-gestaltenden, im hauswirtschaftlichen oder im sozialen Bereich entsprechend dem Angebot der Schule.

 

 

Gymnasium:

 

Das Gymnasium umfasst die Jahrgangsstufen 5 bis 12 und vermittelt eine vertiefte allgemeine Bildung, die für ein Hochschulstudium vorausgesetzt wird.
Abschluss: Allgemeine Hochschulreife (Abitur)

 

Das Gymnasium umfasst derzeit die Klassen 5 bis 13, mit Einführung des G8 die Klassen 5 bis 12 (Abitur mit der 12. Jahrgangsstufe erstmals im Jahr 2011). Das Gymnasium vermittelt eine vertiefte Allgemeinbildung, die für ein Hochschulstudium unabdingbar ist. Damit schafft es zugleich auch Voraussetzungen für eine berufliche Ausbildung.
Das Gymnasium bietet ein breites Fächerprogramm, das sich von sprachlich-künstlerischen über mathematisch-naturwissenschaftlichen bis zu gesellschaftswissenschaftlichen Fächern erstreckt. Jeder Schüler erlernt mindestens zwei Fremdsprachen.

 

Folgende vier Ausbildungsrichtungen stehen zur Auswahl:

 

Sprachliches Gymnasium (mit der Sonderform Humanistisches Gymnasium):

 

Am Sprachlichen Gymnasium erlernen die Schüler drei oder mehr Fremdsprachen, darunter mindestens zwei moderne. Am Humanistischen Gymnasium, der klassischen Form des Sprachlichen Gymnasiums, stehen hingehen die alten Sprachen Latein und Griechisch (neben Englisch) im Mittelpunkt.

Sprachenfolge:

Latein ab Klasse 5
Englisch ab Klasse 6
Französisch / Italienisch / Russisch / Spanisch ab Klasse 8

oder

Englisch ab Klasse 5
Latein ab Klasse 6
Französisch / Italienisch / Russisch / Spanisch ab Klasse 8

oder

Französisch ab Klasse 5
Latein ab Klasse 6
Englisch ab Klasse 8
oder (Humanistisches Gymnasium)

Latein ab Klasse 5
Englisch ab Klasse 6
Griechisch ab Klasse 8

 

Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium

 

Vertiefte Einführung in Physik und Chemie; Informatik als Unterrichtsfach

Sprachenfolge:

Englisch ab Klasse 5
Französisch / Latein ab Klasse 6

 

Musisches Gymnasium

 

Neben Deutsch stehen die Fächer Musik und Kunsterziehung im Vordergrund.
Musik ist in allen Jahrgangsstufen Vorrückungsfach.

Sprachenfolge:

Latein ab Klasse 5
Englisch ab Klasse 6

oder

Englisch ab Klasse 5
Latein ab Klasse 6

 

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Gymnasium

 

Am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Gymnasium werden je nach Profil die Fächer Wirtschafts- und Rechtslehre sowie Wirtschaftsinformatik einerseits und Sozialkunde sowie die Sozialpraktische Grundbildung andererseits als Schwerpunkte gesetzt.

Sprachenfolge:

Englisch ab Klasse 5
Latein / Französisch ab Klasse 6

 

 

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