KNUDDY
Flyer

Kissen
Flyer

 

 

Die Arbeit des SOLDATENFAMILIEN-
NETZWERK
wird unterstützt von:

Serco GmbH, Bonn

San Diego
Tagebuch eines Umzuges

Unbenanntes Dokument
Eigentlich begann alles Anfang 2006 - wir überlegten uns, dass wir gerne mal ein paar Jahre ins Ausland gehen würden

 

Eigentlich begann alles Anfang 2006 - wir überlegten uns, dass wir gerne mal ein paar Jahre ins Ausland gehen würden. Daraufhin meldete sich mein Mann noch mal zur Englischprüfung an.
Er ist seit fünf Jahren in internationalen Arbeitsgruppen tätig und machte Anfang Mai eine zweiwöchige Dienstreise, von der er eine Woche in Denver/USA und eine Woche in San Diego/USA verbrachte.

Nach der Dienstreise erzählte er mir, dass es ihm in San Diego gefallen würde. Dieses äußerte er seinem Chef gegenüber, der daraufhin eine kurze Mail an den Personalbearbeiter schrieb.
Dann hörten wir nichts mehr davon.


Eine Woche vor den Herbstferien rief besagter Personalführer meinen Mann an, ob er noch Interesse hätte - es wäre zwar noch jemand anderes interessiert...... Mein Mann sagte "JA" und man versprach, sich für ihn einzusetzen. Jetzt kamen erst mal vier Wochen Achterbahnfahrt. Man setzte sich mit dem Gedanken auseinander "Will ich?" - "Wie würde das werden?" etc.......

Ende Oktober kam dann die Nachricht, dass man sich für meinen Mann entschieden hatte und die Freude war riesengroß........

 

Wir hatten natürlich die vier Wochen "Wartezeit" schon mal genutzt und uns ein bisschen über San Diego erkundigt.


Nun stand ein Personalgespräch an, das mein Mann und ich zusammen wahrnahmen. Es kam ein Hauptmann dazu, der selber erst gerade vier Jahre in USA war. Der gab einem jede Menge nützliche Tipps - hinterher hatte ich Kopfschmerzen…….

So ging es mir immer, wenn wir längere Gespräche mit Kameraden führten, die schon in USA waren.

Es war soviel Input auf ein Mal, das man das erst mal alles sortieren und verarbeiten mußte.


Ich habe mich dann gleich ans BAWV in Bonn gewandt - das Infopaket wollte man mir aber noch nicht zuschicken - ich dürfte es erst genau sechs Monate vorher anfordern!!!!!!!

Ich ärgerte mich nur kurz über diese unverständliche Äußerung.

Dann hatte ich Glück und bekam einen Poolleiter ans Rohr, der mir unheimlich viele Infos gab - er war selber wohl acht Jahre oder so in Amerika und hat da die Umzugsfälle bearbeitet. Der Mann war/ist wirklich klasse und super nett - ich fühlte mich gut beraten und aufgehoben!!!!!

Wir überlegten lange, ob wir eine Wohnungsbesichtigungsreise machen sollen oder nicht. Aus Stressgründen haben wird uns dagegen entschieden. Wir müssen sowieso vier Wochen vor Dienstantritt rüber, da mein Mann einen Monat vorher kommandiert wird, so dass wir - für amerikanische Verhältnisse - genügend Zeit haben uns ein neues Haus zu suchen. Solange wohnen wir in einer Ferienwohnung.


Vor Weihnachten legten wir dann die Termine fest. Es gab uns Sicherheit und mehr Ruhe. Allerdings war ich vor Weihnachten total am Ende.  Neben den ganzen Aufregungen für USA hatten wir privat mit Freunden noch soviel um die Ohren, dass ich wirklich auf dem Zahnfleisch ging. Wir haben uns dann über Weihnachten erst mal Ruhe gegönnt  und das hat gut getan.

Wir haben uns vorgenommen, mit etwas mehr Gelassenheit an die Sache heran zu gehen.

 

Wir nutzten die freien Tage über Weihnachten zudem dazu, in unserem Haus mit dem Ausmisten zu beginnen. Wir wollten viele Dinge einfach nicht mit nach Amerika nehmen und  schnell kam einiges für den Sperrmüll zusammen. Das andere stellte man bei eBay ein und hoffte auf ein paar Euros.........

Zudem hatten wir uns über die Schulmöglichkeiten in San Diego informiert. Eine deutsche Schule gibt es dort nicht. Es gibt allerdings eine Internationale Schule, die Albert-Einstein-Academy. Diese Schule ist in Deutschland anerkannt und es wird dort zu 50% in Deutsch unterrichtet.

Wir finden für unsere Kinder den Deutschunterricht sehr wichtig, da wir ja irgendwann nach Deutschland zurückkehren. Wir nahmen per eMail Kontakt mit der Schule auf und man riet uns, die Kinder gleich in der ersten Einschreibephase ab 01. Januar einzuschreiben. Diese Papiere haben wir dann auch in der freien Zeit fertig gemacht und rechtzeitig auf den Weg gebracht.

In den ersten Tagen des Jahres gingen wir gleich zur Stadt und beantragten Reisepässe für mich und die Kinder. Mein Mann hatte bereits einen. Es dauerte nur 3 Wochen, bis die Pässe fertig waren. Hat mich allerdings auch 150 € gekostet (die wir bei der Umzugsabrechnung wieder bekommen).


Irgendwann trudelte dann auch das bereits erwähnte Infopaket ein. Allerdings brachte es uns keine neuen Informationen mehr, denn es geht dabei nur um die allgemeinen Dinge wenn man in die USA zieht. Die wussten wir bereits - Infos für San Diego direkt gab es keine einzige. Also waren wir weiter auf unsere eigenen Recherchen angewiesen.


Nachdem mein Mann dann Anfang des Jahres endlich seine Auslandstauglichkeit bekam, trudelte dann Ende Januar auch endlich die Versetzungsverfügung ein. Nun konnten wir den Abschlag beantragen und damit den ersten Teil unserer Ferienwohnung bezahlen, die wir vorsorglich schon gemietet hatten.


Mitte Januar kam auch der Umzugsberater der Spedition. Wir hatten ein wirklich gutes Gespräch von 2,5 Stunden, in dem alles geklärt wurde. Drei Tage später hatten wir das komplette Angebot auf dem Tisch. Letzte Woche wurde es vom BAWV genehmigt, jetzt können wir der Spedition den Auftrag erteilen.


Vor einer Woche hat mein Mann nun auch die Visa beantragt.


Den Flugbuchungsantrag haben wir ebenfalls abgegeben. Da wir besondere Essen benötigen, stellt sich die Flugbuchung etwas schwieriger dar. Während die Kinder ihr laktosefreies Essen ohne Probleme gebucht bekommen, kann man mein Essen nicht sicherstellen. Nun bemüht man sich um eine Ausnahmegenehmigung der Fluggesellschaft, dass ich eigenes Essen mit am Bord nehmen kann. Mal sehen, wann der Prozess nun endlich abgeschlossen ist.


Letzte Woche hatten wir dann das erste Mal Sperrmüll und es ist einiges rausgeflogen. Uns ist aber klar, dass wir zum Ende noch einmal Sperrmüll beantragen müssen.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Flugbuchung ist nun durch. Die Fluggesellschaft hat genehmigt, dass ich eigenes Essen mit an Bord nehmen darf. Es muss allerdings alles verpackt sein, zudem benötige ich nochmals ein Attest meines Arztes dafür was ich dann jeweils beim Einchecken vorzeigen muss.......hoffentlich geht das gut........der Flug steht nun also für Dienstag, den 29. Mai 2007, 11.30 Uhr ab Hannover.......Drei Stunden vorher müssen wir da sein.


Nun warten wir noch händeringend auf ein Zollformular, dass der Vorgesetzte meines Mannes noch unterzeichnen muss, damit wir endlich der Spedition den Auftrag erteilen können - wäre wieder eine Sache, die wir abhaken könnten........


Die nächsten Wochenenden müssen wir wieder nutzen, um weiter aus zusortieren, damit wir dann im Mai noch einmal Sperrmüll bestellen können........


Letzte Woche waren schon zwei Interessenten als Nachmieter hier - diese Woche kommen auch wieder zwei.........ist irgendwie eine nervige Angelegenheit, immer diese Leute durchs Haus zu schleusen........


Die nervliche Anspannung steigt immer mehr - man merkt es nicht nur an sich selber sondern besonders an den Kindern. Bei unserer Tochter ist es sehr auffällig - sie ist sehr unausgeglichen, motzt viel und ist sehr "jaulich" ……

Das zerrt ganz schön an den Nerven, aber ich weiß, dass das nicht besser wird vor der Abreise (sondern eher das Gegenteil). Man muss bedenken, dass es für sie der erste bewusste Umzug ist. Beim letzten Umzug war sie drei Jahre alt. Wir Erwachsenen wissen ja nicht einmal wirklich was uns erwartet - geschweige denn so eine kleine Maus …… und man merkt ihr an, dass sie innerlich zerrissen ist..........


Naja, wir werden das schon packen...........

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Jaaaaaaaaaa, vor zwei Tagen sind unsere Pässe mit den dazugehörigen Visa und Statusausweisen vom BMVg zurück gekommen - ein weiterer Schritt auf dem Weg........

Das Zollformular hat der Vorgesetzte meines Mannes nun endlich unterschrieben, so dass wir gestern endlich den Auftrag bei der Spedition erteilen konnten - mal sehen, wann da die Rückmeldung kommt.........


Heute sind es nur noch 83 Tage, glaube ich...........


Am Wochenende werden wir uns mal hinsetzen und den Mietwagen buchen sowie das Hotel für die ersten zwei Nächte........

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

So, der Auftrag an die Spedition ist längst raus - wieder ein Thema, das wir abhaken können.

Leider müssen wir unsere Flüge umbuchen - wir müssen auf dem Hinweg in El Paso vorbeischauen, da dort der zukünftige Kommandeur meines Mannes sitzt.

Dieser wünscht ihn vor Dienstantritt zu sehen - am 29. Mai - das bedeutet, dass wir komplett umbuchen müssen. Dazu muss jetzt erst mal die Personalverfügung geändert werden, was hoffentlich schnell geht - dann muss die Flugbuchungsstelle beim BAWV sich um neue Flüge kümmern. Wir haben dann vor, zwei Tage in El Paso zu bleiben, dann können wir uns auch gleich in alle Abrechnungsmodalitäten einweisen lassen, da wir ja in San Diego keine Dienststelle haben.


Heute misten wir den Rest unseres Kellers aus.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

So langsam nimmt alles Formen an - am Montag sind es nur noch neun Wochen bis zum Abflug - wir werden aber auch langsam ungeduldig - wir würden lieber heute als morgen fliegen..........

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

So, die neue Flugreservierung steht - wir fliegen nun einen Tag vorher von Hannover über München, Washington DC und Denver nach El Paso - dort bleiben wir zwei Tagen und fliegen dann am 31. Mai von El Paso über Phoenix nach San Diego.

Ich mache sicher drei Kreuze, wenn wir diese Reiserei hinter uns haben.


Der Auftrag für das unbegleitete Fluggepäck steht auch - jetzt müssen wir uns nur noch mit der Spedition absprechen und klären, was wir denn vorausschicken wollen.


Ansonsten beginnt langsam die heiße Phase. Gestern in sieben Wochen steht der Container vor der Tür - gestern in acht Wochen geht unser Flieger..........

 

Ja, heiße Phase……… - nun sind es nicht mal mehr drei Wochen, bis der Container kommt. Gestern habe ich den Nachsendeantrag bei der Post abgegeben - es wird langsam endgültig. Heute wollen wir das Vorausgepäck packen, damit wir dann noch die ganzen lästigen Papiere vorher ausfüllen können. Unser Großer hat inzwischen einen Platz auf der von uns präferierten Schule, die Lütte steht auf Platz fünf der Warteliste - wir hoffen!

Die letzten Arztbesuche sind auch fast abgehakt - die Kompressionsstrümpfe für den Flieger gekauft...........!!!!!!!

Jetzt müssen wir nur noch den Mietwagen buchen, uns bei der Gemeinde abmelden und unsere eigenen Koffer packen.

 

So, nun geht es tatsächlich los - nachdem wir die letzten Tage echt den Megastress hatten. Wir kamen gegen das Chaos hier im Haus einfach nicht mehr an und hätten gestern Abend am liebsten aufgegeben. ……..uns geht es heute wesentlich besser……

Die Packer sind seit heute Morgen da - wirklich nette Leute. Das halbe Haus ist schon eingepackt - seitdem sich hier also das Chaos lichtet, lichtet es sich auch in meinem Kopf und die Vorfreude steigt von Stunde zu Stunde.

Mittwochnachmittag sind die Möbelpacker hier fertig, dann geben wir die Schlüssel ab und werden dann in unseren Zug Richtung Hannover steigen. Dort in der Nähe wohnen meine Eltern - wir verbringen noch ein paar ruhige Tage dort, bis wir dann Pfingstmontag um 9.00 Uhr fliegender weise Hannover Richtung USA verlassen

 

 

Hallo,  ich melde mich nun aus San Diego


Unser Umzug lief bisher eigentlich ganz gut. Nachdem wir einen Tag bevor die Spedition kam doch ziemlich fertig waren - weil wir gegen das Chaos nicht mehr ankamen - und am liebsten alles hingeschmissen hätten, lief es dann ganz gut.

Die Möbelpacker kamen am Montag, den 21. Mai, pünktlich um 8.00 Uhr und waren wirklich sehr nett. Es hat alles reibungslos geklappt in den drei Tagen. Es kamen die Verabschiedungen in den Schulen dazu. Beide Mäuse mussten dann doch weinen……

 

Schock - der Container war zu klein (den Rest haben die Packer dann auf den LKW geladen und in Bremerhaven in einen neuen Container umgeladen).

Unser Fahrzeugschein war verschwunden, so mussten wir erst noch zum Notar und eidesstattliche Erklärungen abgeben bevor wir unser Auto verkaufen konnten.

Der Vermieter fing dann noch an zu nerven. Irgendwann haben wir ihn abgewürgt und ihm gesagt, dass er keinen Pfennig von unserer Mietsicherheit bekäme (er regte sich über kleine Kratzer im Parkett im Wohnzimmer auf)

Was waren wir froh, als wir endlich im Zug von Köln nach Hannover saßen……

Bei meinen Eltern kamen wir dann ziemlich platt an und haben erst mal ein paar Tage relaxt.

Pfingstmontag um 9.00 Uhr ging unser Flieger von Hannover.

Wir waren insgesamt 28 Stunden auf den Beinen, bis wir in El Paso in unserem Hotel ins Bett fielen. Das Fliegen klappte prima - es war nur alles unheimlich anstrengend.........


Die nächsten zwei Tage mußte mein Mann in die Kaserne - aber das ganze hätten wir uns wirklich schenken können. Die Tage in El Paso waren verschenkt und absolut unnütz! Kein Lob an die Bundeswehr !


Donnerstag sind wir dann über Phoenix weiter nach San Diego geflogen. Es war auch alles ganz easy…..

Am Flughafen wurden wir von dem zivilen Mitarbeiter meines Mannes und dessen Frau abgeholt. Sie haben uns mit in die Wohnung begleitet und uns dann einige Einkaufsmöglichkeiten gezeigt.........

Freitag haben wir ein amerikanisches Konto eröffnet, Samstag einige Häuser angeschaut und waren zweimal zum Grillen eingeladen - heute werden wir gleich zum Strand fahren.


Uns gefällt es wirklich gut hier!  Wir müssen aber alles erst einmal sacken lassen.

Morgen beginnt der Dienst meines Mannes wieder.

 

Die zwei Tage in El Paso - da hat es mir nicht so gut gefallen - einmal von der Umgebung allgemein und es war mir viel zu heiß........


Hier hat man das Meer, den Hafen, die Strände und San Diego selber ist wirklich eine schöne Stadt.

Wir waren schon zu zwei BBQ's eingeladen - war wirklich sehr nett. Heute Abend sind wir zum Essen eingeladen. Ein Konto haben wir schon eröffnet. Heute besorgt mein Mann sich eine Social Security Nummer. Häuser werden besichtigt und  morgen oder übermorgen werden wir die Schule besuchen. Ein Auto haben wir bereits (benötigen nur noch die Versicherung), dann können wir das Auto übernehmen. Einige Lebensmittelläden haben wir schon ausprobiert und Gott sei Dank deutsches Brot gefunden. Klamotten bekommt man hier gut und günstig - Autos sowieso…..

So langsam beginnen wir zu verstehen, dass wir hier leben werden.

Am Sonntag waren wir am Strand in Coronado - es war einfach herrlich - wir haben sogar Delphine im Wasser spielen sehen - ist wirklich eine tolle Chance die wir hier bekommen haben....

Die Haussuche: In den Häusern sind die Kinderzimmer in der Regel ziemlich klein - die Häuser sind immer alle mit Küchen ausgestattet - sie haben meist dicken Teppich in den Zimmern.  Die moderneren Häuserhaben auch schon Hardwood-Floor - oftmals gibt es hier nur Einfachverglasung.  Heizungen sind mit dem deutschen Standard nicht zu vergleichen. Viele Häuser haben hier mindestens ein Wohnzimmer mit einem Fireplace. Hier verlängern sich Mietverträge nicht automatisch, sondern werden für Monate oder ein Jahr abgeschlossen. Es kann dann auch gut sein, dass der Vermieter dich dann wieder raus schmeißt, weil er einfach mal wieder einen anderen Mieter haben möchte!!!!!!


Das Englisch der Amerikaner ist manches Mal schlecht zu verstehen, weil sie nicht so "sauber" sprechen, aber man gewöhnt sich ganz langsam dran.


Die Menschen hier sind auf den ersten Blick erst einmal sehr freundlich. Der Service in den Geschäften ist dreimal besser als in Deutschland. Die wissen hier nicht nur wie man Service schreibt, sondern bieten ihn auch an!!!!  An das Einpacken der Sachen an der Kasse gewöhnt man sich schnell


Ein Auto haben wir inzwischen gekauft und auch bereits angemeldet. Das ging eigentlich recht schnell.


Gestern haben wir den Großen in der Schule angemeldet. Die Lütte ist ja erst auf der Warteliste. Ich habe lange mit der Deutschkoordinatorin gesprochen und wohl ab Januar schon einen Job als Deutsch-Tutorin in der Schule..........


Hier benötigt man für alles eine sog. Credit-History. Wir haben gestern ein Navi gekauft und wollten es auf Raten kaufen, damit wir eine solche aufbauen können. Das geht aber erst, wenn man eine Social Security Nummer hat. Die hat mein Mann am Dienstag beantragt. Unsere Daten von der Immigration waren aber noch nicht im Computer - es wird wohl ca. vier Wochen dauern, bis wir eine bekommen - so lange gibt es auch keine Kreditkarten für unser amerikanisches Konto. Zum Glück haben wir deutsche Kreditkarten, da müssen wir halt jedes Mal einen Auslandsaufschlag von einem Prozent zahlen........

 

Ab Juli sind wir dabei, in unser neues Haus zu ziehen ;-)


Es gibt  Häuser unter $2000, aber die sind entweder in schlechten Gegenden oder wirklich schlechte Häuser, in die du nicht einziehen möchtest......

Wir haben hier zum Glück keine Mietobergrenze, so dass wir denken, dass 3000 $ wohl machbar sein werden. Man möchte ja gerne wenigstens etwas Niveau haben.........


Die haben hier in der Schule eine Warteliste, weil sie so viele Anmeldungen haben. Unsere Tochter ist jetzt schon von Platz fünf auf vier hoch gerutscht, weil ein Kind abgesagt hat. Man hat uns große Hoffnungen gemacht, dass sie zum Beginn des Schuljahres dann wohl einen Platz haben wird - das ist im September......


Am Dienstag haben wir endlich unseren Mietvertrag unterschrieben. Es ist ein kleines aber feines Haus. Wir bekommen nicht jedes Möbelstück unter, aber die wichtigsten bekommen wir unter...........es ist komplett neu renoviert - im mediterranen Stil mit Terrakotta und sandfarbenen Wänden...........ein superschöner Garten.........und schweineteuer.............


Die Container sind am Dienstag in Houston gelandet und sind gerade beim Zoll - wenn alles klappt, ziehen wir am 02. Juli ein!


Ansonsten haben wir einiges um die Ohren - ich freue mich, wenn wir wieder unser eigenes Heim haben..........

 

Nachdem wir nun einen Monat in der tollen Ferienwohnung verbrachten, standen erst noch zwei Tage im Hotel auf dem Plan, bevor der Umzug in unser neues Häuschen losgehen konnte.
Der Plan war, dass am Montag, 02. Juli, die Spedition mit dem Container und drei Leuten vor unserem Haus steht.

Wir waren kaum im Haus angekommen, klingelte das Handy - die Spedition: Der LKW sei etwas 100 Meilen von uns liegengeblieben...........


Na super - sie müssen erst mal eine Wertstatt finden, die den LKW prüft und dann schauen, wie es weitergeht - also vor Mittag war nicht mit ihnen zu rechnen.
Die Spedition meldete sich – man habe keinen Fehler gefunden. Würde jetzt ins nächste Dorf zurück geschleppt und dort werde man sich schnellst möglich einen Truck leihen. Den Container anhängen und herkommen. Nachmittags würde das wohl klappen.


Na ja, wir gehofft und gewartet......gegen fünf kamen die drei dann mit einem Sprinter und luden nur Material aus. In dem Dorf gab es keinen Truck zu leihen und so mussten sie sich hier in San Diego einen Truck holen. Damit fuhren sie dann nach El Centro - dort stand der defekte Truck - zurück. Der dritte Mann fuhr nach Monterey, weil er dort einen kurzen Auftrag zu erledigen hatte.........

Also hatten wir den kompletten Tag völlig vertrödelt und waren aber trotzdem total groggy abends. Mich plagte schon den ganzen Tag die Migräne….

Wir gingen noch etwas essen, verbrachten noch ein wenig Gemeinschaft mit unserem Bekannten und seiner Frau und gingen dann schlafen.

 

Am nächsten Tag mussten wir dann früh raus, weil sich für sieben Uhr ein anderer Elektriker angesagt hatte. Es hatte sich nämlich heraus gestellt, als der Telefontechniker am Montag da war, dass die Verkabelung im Haus nicht in Ordnung ist. Das Telefon nicht dort funktionierte, wo es sollte. Außerdem wollten ja um acht die Packer kommen.
Der Tag begann mit einem guten Frühstück…..dann machten wir uns auf zum Haus.


Um acht Uhr klingelt das Telefon - dieses Mal der Chef der Spedition: Die Leute kamen nicht an den Container, weil der in der Werkstatt eingeschlossen war...........sie machen sich jetzt auf den Weg und werden gegen zehn Uhr bei uns sein...........na super........vormittags kam dann noch der Elektriker und richtete alle Leitungen...........gegen zehn schlug eine Putzkolonne auf, die unsere Terracottafliesen noch säuberten und die Dusche in einem Badezimmer ausrichteten. Wir sagten ihnen, dass sie ja echt Glück hätten, denn normalerweise würde schon alles voller Möbel stehen.
Um 11.15 Uhr trudelte endlich der Truck mit dem Container ein - dann mussten sie ihn noch einparken und begannen gegen 11.45 Uhr endlich mit dem Ausladen des Containers!

Man muss sagen, dass die beiden Jungs wirklich gute Arbeit geleistet haben. Der dritte Mann lies auf sich warten - steckte wohl in dem unendlichen Verkehr fest und trudelte letztendlich erst um 19.30 Uhr bei uns ein. In der Zeit hatten die beiden Männer den Container komplett alleine leer geräumt.

Wir haben natürlich tatkräftig mit angepackt, damit es schneller geht.


Die Jungs machten um 21.00 Uhr Feierabend und wollten los zum Hotel. In unserer Nachbarstrasse ist es etwas eng und da mussten sie ein wenig mit dem großen Truck rangieren...
Dabei haben sie wohl einen anderen dort abgestellten Truck am Reifen touchiert.  Es ist nichts passiert, aber der Eigentümer von dem anderen Truck ist ausgeflippt - er drohte unserem Fahrer an, ihn umzubringen, wenn er ihn zwischen die Finger bekommt.

Dieses machte der dann besonders deutlich, indem er versuchte, ihn auf der Fahrerseite aus dem offenen Fenster ins Freie zu ziehen.

Er duckte sich aber zur Seite - in dem Moment schnappte sich der "Ausgeflippte" die Truckschlüssel aus dem Zündschloss. Als er dann versuchte, unserem Fahrer über die Beifahrerseite "näher zu kommen", nutzte dieser die Gelegenheit, sprang aus dem LKW und rannte um sein Leben bis zu unserem Haus.

Plötzlich klingelte es hier und ein aufgelöster Fahrer stand vor der Tür. Er bat uns, ihn reinzulassen und zu beschützen. Wir ließen ihn erst einmal herein und baten ihn, uns zu erzählen, was denn passiert sei. Er erzählte uns die ganze Geschichte und wir beschlossen, die Polizei zu rufen. Diese sagte uns zu, so schnell wie möglich einen Wagen zu schicken.
Der Fahrer traute sich nicht mehr aus dem Haus - es war fast unmöglich, ihn irgendwie zu beruhigen.
Inzwischen kamen auch die anderen beiden Helfer zurück, die ebenfalls in der Art und Weise von dem "Ausgeflippten" bedroht wurden und wirklich Angst hatten.

Es dauerte lange bis die Polizei kam. In der Zwischenzeit buchten wir noch ein Hotelzimmer für die drei - die waren kaum noch in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen. Zwei gingen dann wieder zum Sprinter und der Fahrer blieb weiter im Haus.


Er war so aufgelöst, dass es uns weiterhin nicht gelang, ihn komplett zu beruhigen. Da kam mir der Gedanke, dass nur noch einer helfen könnte. Ich ging zu ihm hin und fragte ihn "Do you believe in God?" - er sagte "Yes" - dann sagte ich: "Okay, then we will pray now!"
Er schaute zwar erst etwas verwundert, aber dann falteten mein Mann, der Fahrer und ich die Hände und baten den lieben Gott, dass er eingreifen möge. Wir baten ihn, dass die Polizei nun bald kommen möge und dass der andere Mann ruhig werden möge, damit man alles regeln könne. Wir baten ebenfalls für Ruhe und Frieden im Herzen des Fahrers.


Kurze Zeit später stand  die Polizei vor der Tür. Der Polizist war wirklich sehr nett und souverän, so dass mir schnell klar war, er würde das gut regeln. Unser Fahrer wurde befragt - vor allem, warum er den Truck verlassen hatte. Das ist genau wie in Deutschland strengstens untersagt. Der Polizist nahm dann alle drei mit und wir verabschiedeten uns noch mit der Bitte uns anzurufen, wenn sie Hilfe benötigten oder im Hotel angekommen sind.


Am Mittwoch wurde klar, dass der andere Papiere aus dem Truck gestohlen hatte, während unsere Jungs nicht da waren. Ärgerlich...........

Morgens kam dann erst mal nur ein Packer - die anderen beiden mussten erst ein Auto von einem anderen Kunden auf den leeren Container laden. Dazu benötigen sie einen Abschleppwagen - es war aber 04 Juli - Unabhängigkeitstag - der Feiertag in den USA - so zog sich das ewig hin.

Bis 14.00 Uhr arbeiteten wir hier mit nur einem Mann. Dann haben alle noch bis ca. 17.30 Uhr angepackt. Dann waren so viele Kisten ausgepackt aber zum Teil nur überall verstreut worden, dass wir den Umzug dann abgebrochen haben. Noch mehr ausgepackte und verstreute Kisten hätten uns nichts mehr gebracht. So sind die Männer dann gegen sechs vom Hof.

Wir haben dann noch einiges weg geräumt und sind dann irgendwann tot müde ins Bett gefallen...............

 

Ja, wie ist es weiter gegangen?


Die Firma hat sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt und dafür bedankt, dass wir so tolle Kunden waren...............unser Overflow ist letzten Samstag wohlbehalten hier angekommen......jetzt warten wir noch auf die Schadensabwicklung - ist aber nicht wirklich viel kaputt gegangen..........


Wir leben uns hier langsam ein - haben etwas länger gebraucht, um uns mit den Zahlungsmodalitäten hier anzufreunden. Jetzt haben wir es akzeptiert..............

Fernsehanschluss war der totale Horror - ohne Kredit history bist du hier ja schlimmer als jeder Verbrecher.

Jetzt genießen wir, dass mein Mann noch 2,5 Wochen Urlaub hat. Wir brauchen auch dringend eine Erholungsphase.  Kontakte haben wir auch schon einige. Wir sind wirklich gerne hier. Mein Sohn sagte letztens: "Boah, ist das geil, in Amerika zu leben"..............

 

Um den Bericht abzuschließen:

 

Wir sind jetzt seit fast vier Monaten hier und haben uns gut eingelebt. Es macht Spaß, hier zu leben.

Inzwischen sind die Kinder seit vier Wochen in der Schule – auch unsere Lütte hat einen Platz auf der Internationalen Schule bekommen. Es gefällt beiden wirklich gut in der Schule. Wobei unsere Lütte sich erst noch an die lange Zeit (bis 15.00 Uhr) und die andere Sprache gewöhnen muss.

In den letzten Wochen hat sie immer wieder Heimweh nach ihrer Freundin. Es ist im Moment sehr angespannt hier zuhause und kostet viel Nerven. Ich bin aber sicher, dass wird sich nach ein paar Wochen wieder entspannen.

 

San Diego kann man wirklich empfehlen!

zum Gästebuch

zum Gästebuch