Eigentlich hat
alles wie immer mit der Frage angefangen: „Kannst du dir vorstellen auch mal nach…
Mailand zu gehen?“ Das war für mich natürlich eine völlig neue Situation mit
der ich auch nicht gerechnet hatte. Also haben wir kurzerhand für ein
Wochenende die Kinder „verkauft“ und sind nach Mailand geflogen um uns einen
ersten Eindruck von der Stadt zu machen. Es war natürlich ein kleiner
„Kulturschock“ von einem idyllischen Hunsrückdorf nach Mailand – aber warum
auch nicht. Mailand hat eine Deutsche Schule womit die Kinder gut versorgt sind
und der Rest wird sich dann schon finden. Ein erster Eindruck war auch sehr
hilfreich und Dank der Billigflieger auch sehr günstig.
Also:
Ich kann mir vorstellen nach Mailand zu gehen.
Jetzt ging es
erstmal darum, wann soll Dienstantritt in Mailand sein und vor allen Dingen,
wann wollen wir umziehen. Die Daten standen dann doch relativ schnell fest –
Dienstantritt 01. Dezember, also Weihnachten in der neuen Wohnung.
Nachdem dann alle
relevanten Unterlagen da waren, haben wir angefangen uns aktiv um alles zu
kümmern – wobei uns das Bundesamt für Wehrverwaltung bereitwillig und immer
freundlich alle Fragen beantwortet hat. Nach Möglichkeit frühzeitig die
Info-Broschüre anfordern und wenn möglich auch mal persönlich mit dem
zuständigen Sachbearbeiter sprechen. In dieser Zeit war die Broschüre für
Auslandsumzüge meine tägliche Lektüre. Auch war es gut frühzeitig mit der neuen
Dienststelle Kontakt aufzunehmen um alle notwendigen Unterlagen zu beantragen.
Fahrzeugummeldung, NATO-Ausweise, und Codice Fiscale ohne den in Italien
gar nichts läuft, wie zum Beispiel: Mietvertrag, Gas, Strom und Telefon. Ein
Umzugsunternehmen war schnell gefunden. Wir wussten sicher, dass wir das letzte
nicht mehr nehmen wollten und haben schnell ein gutes neues gefunden. Ich kann
auch gerne Namen nennen…. Auch die Kinder waren schnell und völlig problemlos an
der neuen Schule angemeldet. Jetzt brauchten wir nur noch ein Dach über dem
Kopf… und das hat uns viele Nerven gekostet. Manchmal hatten wir das Gefühl,
das die Makler überhaupt kein Geld verdienen möchten. Wir haben alles gesehen:
absolute Schrottwohnungen, Wohnungen die zu klein waren und eigentlich nie
wirklich das, was wir wollten. (Und wer vermietet auch schon gerne an Ausländer
– eine ganze neue Erfahrung für uns!) Ich bin schon langsam verzweifelt. Es
wurde langsam November und wir hatten immer noch keine Wohnung und unsere
Kompromissbereitschaft wurde auch immer größer. Inzwischen waren wir auch schon
ziemlich genervt und konnten niemanden die Schuld geben. Eigentlich wollte ich
schon das ganze verschieben. Und siehe da, es gab sie doch, die passende
Wohnung in Mailand…. Der letzte Makler war natürlich auch der beste und hat
sich wirklich sehr viel Mühe gegeben. Als mein Mann Anfang Dezember die
Dienstgeschäfte übernommen hat, hat er auch endlich den Mietvertrag
unterschrieben. Das war am 06. Dezember und umgezogen sind wir am 13. Dezember.
Der einzige Nachteil war jetzt, wir hatten zwar beide die Wohnung gesehen, aber
mehr auch nicht. Jetzt bin ich froh, dass ich nicht alles abgesagt habe und die
Nerven behalten habe. Inzwischen habe ich gemerkt das in Italien die Uhren doch
etwas anders ticken und musste auch feststellen, das inzwischen auch bei uns die
Uhren anders ticken – was nicht unbedingt schlecht ist und einem manchmal auch ein
wenig mehr Lebensqualität gibt.
Also stand am 13.
Dezember unser Umzugsteam vor der Tür und ich wusste mir steht eine Woche Chaos
bevor, also Kaffee kochen und durch….Wir hatten noch nie ein Team was so ruhig,
schnell und ordentlich gearbeitet hat und wir hatten noch eine Menge Spass dabei. Am Mittwoch hieß es dann „Tschüß Deutschland“
und es war schon ein komisches Gefühl mit einem One-Way-Ticket nach Italien zu
fliegen. Mein Mann war schon mit meinem Sohn vorausgefahren um in Mailand die
Umzugsleute in Empfang zu nehmen. Jetzt galt es eine Wohnung einzurichten die
mein Mann eine halbe Stunde gesehen hatte und ich auch nicht länger. Aber mit
viel Geduld der Umzugsleute haben wir auch das hin bekommen und am Freitag
standen alle Möbel so, wie sie heute noch stehen. Und drei Tage später war die
Wohnung fertig. Ist ja schließlich nicht das erste Mal, das wir umziehen.
So, jetzt waren
wir das und es gab nur noch „kleinere Probleme“ zu lösen: wir hatten noch kein
Gas zum Kochen, kein Telefon, keinen Weihnachtsbaum und ähnliches. Das
Gasproblem wurde italienisch gelöst – wir kommen innerhalb der nächsten zwei
Wochen… und ich weiß jetzt, wie man fast alles im Backofen (inkl. Weihnachtsessen)
kochen kann. Dafür hatten wir innerhalb von drei Tagen Telefon und Internet,
womit wir nicht gerechnet hätten. Da in Mailand keine Weihnachtsbäume üblich
sind – haben wir uns den wohl „hässlichsten“ Plastikbaum auf einem Straßenmarkt
gekauft und fanden ihn wunderschön. Den Kindern war nur wichtig – es muss einen
Baum geben, egal wie er aussieht.
Also war unser
Ziel erreicht: Weihnachten in der neuen Wohnung und wir konnten anfangen in
Italien zu leben…
Mittlerweile sind
wir fast sechs Monate hier und haben uns sehr gut eingelebt. Die Kinder haben
erste Freundschaften in der Schule geschlossen und auch wir knüpfen erste
internationale Kontakte. Die Kaserne bietet auch für die Ehepartner Sprachkurse
an, was ich natürlich mache. Unsere Kinder finden es sehr lustig, dass die
Eltern wieder lernen müssen und sie schon besser italienisch sprechen.
Für weitere
Detail-Infos stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.